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Fließendes Wasser während des Badens erhöht Verbrühungsrisiko von kleinen Kindern

Amerikanische Expert*innen warnen davor, dass laufendes Wasser während des Badens eines Säuglings häufig zu Verbrühungen führt.

„Ein Baby kann sich in Sekundenschnelle verbrühen. Viel schneller als das Baby reagieren und weinen kann. Wenigen ist bewusst, dass die Temperatur von laufendem Wasser schnell zu heiß werden kann. Kleine Kinder haben ein höheres Risiko für schwerere Verbrühungen als Erwachsene, da sie eine kleine Körperoberfläche haben und die Schwere des eintretenden Schadens prozentual vom betroffenen Hautareal abhängt. Sie besitzen zudem eine dünnere Haut und können sich selbst noch nicht rasch aus dem heißen Wasser bewegen“, warnt Prof. Dr. Hans Jürgen Nentwich, Kinder- und Jugendarzt sowie Mitglied des Expertengremiums vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). Deshalb sollten Eltern kleine Kinder auch nicht im Waschbecken waschen. Kinder können sich unvorhersehbar bewegen und leicht an den Wasserhahn und Temperaturregler kommen.

Wenn Eltern bestimmte Vorsichtsmaßnahmen einhalten, sind Verbrühungen beim Baden sehr selten. Das amerikanische Forscherteam ermittelte in der in der Fachzeitschrift „Burns“ veröffentlichten Studie drei maßgebliche Risikofaktoren für die Badeunfälle: Laufendes Wasser, Eltern hatten Wassertemperatur nicht überprüft, bevor sie das Kind ins Wasser setzten und Vater oder Mutter waren nicht die ganze Zeit anwesend. „Handtuch und andere Badeutensilien sollten sich in Reichweite befinden, damit Eltern ihr Baby immer halten können. Das Baby darf keinen Moment alleine bleiben“, erklärt Professor Nentwich.

Der größte Teil des Körpers sollte sich aus Sicherheitsgründen weit über dem Wasserrand befinden. Um das Baby warm zu halten, sollten es sofort ins Wasser, wenn es ausgezogen ist. Mit einer Hand stützen Eltern am besten seinen Kopf und mit der anderen führen sie es sanft mit den Füßen voran hinein ins Wasser. Damit das Kind nicht auskühlt, sollten Eltern häufig warmes Wasser aus der Wanne über seinen Körper gießen.

Quellen: Burns (1,2), University of Chicago Medical Center (Newswise)
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Dies ist eine Pressemeldung des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte e.V. (BVKJ). Der Abdruck dieser Pressemeldung oder von Teilen des Artikels ist unter folgender Quellenangabe möglich: www.kinderaerzte-im-netz.de. Bei Veröffentlichung in Online-Medien muss die Quellenangabe auf diese Startseite oder auf eine Unterseite des BVKJ-Elternportals verlinken. Fotos und Abbildungen dürfen grundsätzlich nicht übernommen werden.