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Dr. med. A. Ziegler, Kinder- und Jugendarzt, Augsburg-Lechhausen
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Ein Fieberkrampf läuft ab/schaut aus wie ein großer epileptischer Anfall:
1. Man wird bewußtlos und hat für die Dauer eines Anfalls eine Erinnerungslücke.
2. Es kommt zu tonischen (Strecken – verlangsamtes Starren /steifen) mit Steifwerden von Armen, Beinen und Rumpf.
3. Es treten dann klonische Zuckungen / Bewegungen auf, d.h. grobe Zuckungen der Arme, der Beine, des Rumpfes und des Körpers.
4. Die tonischen (steifhaltenden) und die klonischen (zuckenden) Bewegungen erfolgen beidseits; die tonischen gehen immer den klonischen voraus.
5. Während des großen Anfalls kommt es zu einem wenige Sekunden dauernden Atemstillstand, der sich gelegentlich im Blauwerden des Gesichts äußert. Dieser Atemstillstand führt niemals zur Erstickung des Kranken.
Komplizierte Fieberkrämpfe sind solche mit einer familiären Belastung durch Epilepsie oder Hinweis auf eine Vorschädigung des Gehirns vor dem Fieberkrampf. Bei der neurologischen (das Nervensystem betreffenden) Untersuchung findet man häufig auffällige Befunde, das EEG (= elektrische Ableitung der Hirnströme) ist ebenfalls verändert.
Die komplizierten Fieberkrämpfe können gelegentlich lokal (nur einen bestimmten Ort bzw. Körperteil betreffend) beginnen oder lokal betont auftreten. Sie können schon im Säuglingsalter beginnen, das Kleinkindalter überdauern und treten insgesamt häufiger als sechsmal auf.
A. Bei komplizierten Fieberkrämpfen dauert der Fieberkrampf länger als 20 Minuten oder es wird eine Anfallserie beobachtet.
B. Komplizierte Fieberkrämpfe sind dann, wenn der Anfall herdförmigen oder Halbseitencharakter hatte, insbesondere wenn eine postiktale (d.h. nach dem Anfall) Halbseitenlähmung oder Dyspraxie (schlechtes Sprechen) beobachtet wird.
C. Komplizierte Fieberkrämpfe sind es, wenn der Anfall von einem, Stunden oder Tage anhaltendem Stupor („Rammdösigkeit“) gefolgt wird.
D. Komplizierter Fieberkrampf ist es, wenn ein ausgeprägter Herdbefund im EEG (elektrische Hirnableitung) in den Tagen nach dem Anfallsereignis registriert wird.
Ein komplizierter Fieberkrampf bedarf der Abklärung – es muss eine entzündliche Erkrankung des Gehirns und seine Hüllen (Meningitis) ausgeschlossen werden. Dagegen, bei weniger als 1% bei Kindern mit einem einfachen Fieberkrampf liegt ein entzündlicher Liquor (d.h. Hirn – Rückenmarkswasser) vor. Komplizierte Fieberkrämpfe sind, wie der Name schon sagt, häufiger mit späteren Komplikationen verbunden. So treten Epilepsien dreimal häufiger nach komplizierten Fieberkrämpfen auf, als nach einfachen Fieberkrämpfen
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