| Verstummte Kinder wieder zur Sprache führen! Für manche Kinder und Jugendliche werden Konflikte oder seelische Dramen so stark, so überwältigend, dass sie sie nicht mehr bewältigen können. Die Kinder ziehen sich zurück, werden sprachlos, stumm. Die Ursachen sind vielfältig: Wir erleben dies in grausamen Scheidungsauseinandersetzungen, bei Flüchtlingskindern, nach zerstörerischem Mobbing in der Schule. Die Kinder haben das Vertrauen verloren, dass sie sich selbst helfen können oder dass die Erwachsenenwelt willig oder fähig wäre, sie aus ihrer Not zu befreien. Der Rückzug dieser Kinder mündet oft in einen Teufelskreis: Soziale Kontakte und soziale Kompetenz nehmen ab, die Fähigkeit zur Selbsthilfe schwindet, Sprachlosigkeit tritt ein. In der Sendlinger Praxisfiliale wurde mit Hilfe der Alwine-Schäfer-Gedächtnisstiftung eine Anlaufstelle für seelisch kranke Kinder geschaffen, denen mit Kunst- und Familientherapie geholfen werden kann. Der erfahrenen Therapeutin Waltraud Schmid gelingt es oft, die verstummten Kinder und Jugendlichen im Sinne einer Erstversorgung aufzufangen und zu stabilisieren. Fr. Schmid macht sich mit ihnen auf die Suche nach bereits vorhandenen positiven Ankern, dies sind hilfreiche Personen, Tiere, Tätigkeiten, Gedanken, die dem Kind zur Verfügung stehen und einen kleinen Schritt in die gesunde Richtung bedeuten. Dabei steht der lösungsorientierte und systemische Ansatz im Zentrum des therapeutischen Vorgehens, denn im Grunde kann nur die Familie selbst die Lösung ihrer Probleme finden. Womöglich arbeitet Fr. Schmid mit der gesamten Familie. Sie hilft beim Finden des ersten Dominosteins, der eine positive Dynamik in Gang setzt. Viele Kinder und deren Familien haben auf diese Weise schon zu einem glücklicheren Familienleben zurückgefunden.
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