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Kinderarzt Pforzheim, Lutz Stegemann
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was sind epileptische Anfälle, und wie teile ich sie ein? Prinzipiell ist ein epileptischer Anfall eine meist kurzzeitige, mehr oder weniger lange dauernde falsche Funktion des Großhirns bzw. eines oder mehrerer seiner Teile. Wie solch ein Anfall abläuft, hängt im wesentlichen davon ab, welche Gehirnanteile betroffen sind. Wir können jetzt Anfälle erstens ätiologisch, d.h. nach ihrem Entstehungsort und Ausbreitung, einteilen, oder zweitens nach ihrer Erscheinungsart. Nebenbei bemerkt: Die Einteilung macht auch uns Fachleuten immer wieder Probleme, weil es recht viele Möglichkeiten gibt. Die einzelnen Anfallsformen gehören u. U. wiederum zu bestimmten Krankheiten, den sogenannten Epilepsiesyndromen. Ein Syndrom ist in diesem Zusammenhang eine nach Entstehung und Erscheinungsbild fest definierte epileptische Erkrankung. Diese Einteilung müssen wir kennen, weil die einzelnen epileptischen Krankheiten unterschiedlich verlaufen und auch häufig speziell behandelt werden müssen. Das gilt sowohl für die Medikamente, die normalerweise eingenommen werden müssen, als auch für die Vorsichtsmaßnahmen in der Lebensführung.
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|  | ätiologische Einteilung der epileptischen Anfälle*
fokale** Anfälle:
Der Anfall entsteht an einer bestimmten Stelle des Gehirns und breitet sich nicht weiter aus.
primär generalisierte Anfälle:
Der Anfall entsteht im Zentrum des Großhirns und breitet sich schlagartig über das gesamte Großhirn aus.
sekundär generalisierte Anfälle:
Der Anfall entsteht an einer bestimmten Stelle des Gehirns und breitet sich rasch über das gesamte Großhirn aus.
* ätiologisch = vom Ursprung her.
** fokal = herdförmig, örtlich begrenzt
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| Möglichkeiten der phänomenologischen Einteilung*
motorische Anfälle:
alle Anfälle, die die Skelettmuskulatur betreffen
sensorische Anfälle:
alle Anfälle, die die Sinneswahrnehmungen betreffen
senso-motorische Anfälle:
Die Kombination aus beiden
Grand-mal-Anfall:
"großer" Anfall, mit sehr dramatisch wirkenden Symptomen
Petit-mal-Anfall
"kleiner" Anfall: sehr diskret ablaufender Anfall, manchmal kaum zu bemerken
* Das Erscheinungsbild betreffend, wird in Fachkreisen kaum noch benutzt, hat für Therapie keine wesentliche Bedeutung
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